Brücke der Kulturen

Brücke zwischen Kulturen und Wissenswelten

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie sich unterschiedliche Wissenssysteme – insbesondere das Erfahrungswissen indigener Kulturen und unsere moderne westliche Arbeits- und Lebenswelt – sinnvoll miteinander verbinden lassen.

Meine persönliche Reise begann 2021 mit Aufenthalten in Südamerika. Seitdem stehe ich in wahrhaftiger Verbundenheit und regelmäßigem Austausch mit Angehörigen verschiedener indigener Gemeinschaften, die ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Mensch, Natur und Gemeinschaft bewahrt haben. Dieses Wissen wird dort über Generationen hinweg in Form von Ritualen, Geschichten, praktischen Lebensweisen und einem respektvollen Umgang mit der Erde weitergegeben.

Besonders prägend ist meine Verbindung zu Menschen aus dem Amazonasgebiet Ecuadors sowie aus der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Von einer Kichwa-Gemeinschaft aus dem ecuadorianischen Amazonas erhielt ich den spirituellen Namen Sacha, der sinngemäß für die Kraft und Lebendigkeit des Regenwaldes steht. Zudem wurde ich im Februar 2024 durch ein traditionelles Ritual eines Mamo von einer Wiwa-Familie in ihr Territorium aufgenommen – ein Zeichen des Vertrauens und der Verbundenheit, das meine Arbeit bis heute begleitet.

Seit Juni 2024 besteht zudem eine enge Verbindung zu Angehörigen der Kogi aus der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien. Aus dieser Beziehung heraus sind gemeinsame Projekte entstanden, die einen direkten und respektvollen Austausch ermöglichen.

Wissen übersetzen statt romantisieren

Ich verstehe meine Rolle nicht darin, indigene Kulturen zu idealisieren oder deren Praktiken einfach zu übertragen. Vielmehr sehe ich mich als Übersetzerin zwischen Kulturen und Kontexten.

Das bedeutet:
Ich nehme Impulse aus diesen Begegnungen auf und prüfe, wie sie in unsere moderne Lebens- und Arbeitswelt integriert werden können – insbesondere in Bezug auf:

  • Führung und Verantwortung
  • Verbindung zur eigenen inneren Stimme
  • Gemeinschaft und Entscheidungsprozesse
  • einen respektvollen Umgang mit Natur und Ressourcen

Gerade für Führungskräfte, die Verantwortung für Menschen und Organisationen tragen, kann diese Perspektive eine wertvolle Ergänzung sein. Sie eröffnet einen Blick auf Langfristigkeit, Achtsamkeit und Verbundenheit, der in vielen traditionellen Kulturen selbstverständlich ist.

Austausch und Begegnung

Aus meinem Netzwerk heraus entstehen verschiedene Formate des interkulturellen Austauschs und der Begegnung:

  • Online-Gespräche und Dialogformate mit Vertreter:innen indigener Gemeinschaften
  • Veranstaltungen und Begegnungen vor Ort
  • Lern- und Austauschreisen nach Kolumbien in Zusammenarbeit mit dem Verein Aldeñjina der Kogi, bei denen auch ein Besuch eines ihrer Dörfer möglich ist
  • Ein Kogi-Sprachkurs gemeinsam mit Aldeñjina, der einen ersten Zugang zur Sprache und zum kulturellen Kontext dieser Gemeinschaft eröffnet

Diese Angebote schaffen Räume für Begegnung, Lernen und Perspektivwechsel. Sie ermöglichen es, voneinander zu lernen und ein tieferes Verständnis für unterschiedliche Weltbilder zu entwickeln.

Meine Haltung

Ich sehe meine Arbeit als das Säen von Impulsen:
Gedanken, Erfahrungen und Perspektiven aus alten Wissenssystemen können – richtig übersetzt und verantwortungsvoll eingebettet – auch in unserer modernen Welt neue Wege eröffnen.

Oder einfacher gesagt:
Ich bringe ancestrale Samen in die Gärten der Gegenwart.


Für meinen Lebensraum Regenwald Verein in einem Kogi Dorf
 

Lernen von meiner spirituellen Familie, den Wiwa Indianern aus der Sierra Nevada de Santa Marta